Ein Flugmodell ist ein für die Freizeit oder zu sportlichen Zwecken konzipiertes Fluggerät. Zwei Varianten werden hierbei unterschieden. Es gibt einerseits die Nachbildungen von personentragenden Fluggeräten wie Hubschrauber oder Flugzeuge, aber auch reine Zweckmodelle die kein originales Vorbild aufweisen, sondern lediglich im Modellflug in Erscheinung treten. Die Flugmodelle werden nicht nur zum reinen Freizeitvergnügen geflogen, das Hobby umfasst auch die Möglichkeit an internationalen oder nationalen Wettbewerben teilzunehmen. Selbst Weltmeisterschaften werden in unterschiedlichen Klassen ausgetragen.
Flugmodelle sind im Handel in verschiedenen Formen zu erwerben. Die Ausführungen der Baukästen und Bausätze unterscheiden sich in den Kategorien „flugbereit mit eingebautem Funkempfänger“, „flugbereit“ und „fast flugbereit“. Welche Variante der Hobby-Modellflieger wählt ist abhängig von den jeweiligen Fähigkeiten. Wer seine Modelle gerne selbst zusammenschraubt und -baut, der wird auf ein nicht flugbereites Stück zurückgreifen. Für alle die nicht so geschickt in der Selbstentwicklung sind bieten sich die bereits flugfertigen Modelle an. Flugmodelle sind zudem in einer breiten Palette von Größen erhältlich, von wenigen Zentimetern bis hin zu 4 Metern Spannweite.
Die Geschichte der Flugmodelle
Es besteht eine enge Verbindung in der Entwicklung der Flugmodelle mit der Geschichte der Luftfahrt. Modellfluggeräte waren sogar schon vor der Zeit der bemannten Luftfahrt bekannt. Hiermit wurden die Grundlagen des Fliegens erprobt und getestet.
Bereits 428 v. Chr. gilt der Philosoph und Mathematiker Archytas von Tarent als Erbauer eines flugfähigen Modells, der Taube von Archytas. Mit dem ersten bekannten Modell eines hubschrauberähnlichen Fluggerätes spielten im vierten Jahrhundert v. Chr. schon chinesische Kinder.
Das Hobby des Flugmodellbaus wurde schon vor dem ersten Weltkrieg populär. In den 1930er Jahren folgte für die Modelle die Einführung der Verbrennungsmotoren, ein bekanntes Beispiel aus dieser Zeit ist der „Kratmo“. Erfolgreiche Versuche mit den ersten Funkfernsteuerungen wurden in der zweiten Hälfte der 30er Jahre bekannt. Jedoch führten erst die in den 60er Jahren eingeführten Proportionalanlagen zu einer präzisen und sicheren Steuerung der Flugmodelle, und ließen den Modellflug weiter an Popularität gewinnen.
Flugprinzip und Antrieb
Das Prinzip des Modellflugs teilt sich in drei Bereiche auf.
Hierbei steht „Leichter als Luft“ für Modelle mit einem statischen Auftrieb. Mit Gas oder Heißluft gefüllte Luftschiffe und Ballone gehören dazu.
„Schwerer als Luft“ steht für den dynamischen Auftrieb. Diese Sparte umfasst Motorflugmodelle, Segler, Modellhubschrauber, strahlgetriebene Modelle, wie Turbinen, Raketengleiter, Motorschirm-Modelle und Senkrechtstarter.
Der dritte Bereich, „Schwerer als Luft“, beinhaltet Modelle mit Rückstoßantrieb. Auch hier gehören Modelle des Senkrechtstarters dazu, ebenso wie Lifter und Modellraketen.
Der Antrieb erfolgt in den meisten Fällen durch Propeller, die von einem oder gar mehreren Modell-Motoren angetrieben werden. Zu Beginn des Modellflugs waren das Pressluft- und CO2-Motoren oder Gummimotoren. Später kamen Verbrennungsmotoren, gefolgt von Elektromotoren hinzu.
Eine weitere, in früheren Zeiten kaum beachtete Variante, sind Modelle, die über einen Turbinenantrieb verfügen. Eine Mischung zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor stellt der Impellerantrieb dar. Spezielle Modelle verfügen über den Rückstoßantrieb, der in Form von Wasser-, Druck- oder Luftraketen, sowie den Einsatz von Schwarzpulvertreibsätzen zum Einsatz kommt. Der Lifter verfügt über eine spezielle Form des Antriebs, dem nach dem Biefeld-Brown-Effekt entwickelten elektrostatischen Antrieb.
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