Der älteste Nachweis eines Segelschiffes ist bereits circa 4000 Jahre alt. Das Tonmodell wurde im Zweistromland gefunden und ist noch heute in Jerusalem im Israel Museum zu besichtigen. Auch die ersten, bereits sehr detailgetreuen, Modelle sind sehr alt, circa 1333-1324 v. Chr., und stammen aus den Grabbeigaben Tutenchamuns. Im Jahr 1525 konstruierten Schiffbaumeister Entwürfe für Schiffbauprogramme, um sie dem venezianischen Staat zur Entscheidungsfindung vorzulegen. Dieser Zeitpunkt gilt als Start für die Entwicklung des Schiffmodellbaus in maßstabgetreuen Proportionen. Schiffe wurden bis ins letzte Jahrhundert als Halbmodell gefertigt. In den Schiffbau-Versuchsanstalten gewannen seit circa 1900 die hydrodynamischen Schiffsmodelle sehr an Bedeutung. Komplette Schiffansichten, die Werftmodelle, dienen heute hauptsächlich der Anschauung, und sind in der Werbung, als Dekoration oder in Museen zu finden.
Der Schiffmodelbau für den Privatgebrauch ist schwieriger zurückzuverfolgen, jedoch haben Kinder seit jeher in irgendeiner Form Schiffe zum Spielen gebaut. Die Funktionsmodelle der Erwachsenen werden auf die Zeit der französischen Revolution geschätzt. Als Originale mit Schiffsantrieb entwickelt wurden, dauerte es nicht lange bis entsprechende Nachbildungen angefertigt wurden. Zahlreiche Fachbücher und Vereine belegen, dass sich durch die rasche Weiterentwicklung der verfügbaren Werkzeuge und Materialien dieser Sektor schnell verbreitet und entwickelt hat.
Bauarten der Schiffmodelle
Techniken für den Modellbau sind sehr umfangreich, und die Auswahl wird durch Kriterien wie, persönliche Vorlieben, verfügbare Techniken aber auch dem Preis bestimmt. Schiffmodelle können aus simplen Materialien wie Ton, Knetmasse oder Holz entstehen, aber auch Blech, Karton oder Papier ist weit verbreitet. Die einzelnen Schiffsteile werden entweder komplett selbst angefertigt, oder es werden vorgefertigte Teile verwendet, die zusammengeklebt, gefaltet oder zusammgesteckt werden müssen.
Fertigmodelle gibt es im Grunde seit es Spielsachen gibt. Jedoch waren diese Schiffe meist nicht auf Detail oder Maßstabtreue ausgelegt, sondern eher dem Vergnügen der Kleinen, und der guten Handhabung der Kinderhände. Für Freunde des echten Modellbaus sind diese Varianten sehr uninteressant. Während der letzten Jahre hat sich der Begriff RTR sehr verbreitet. Dies ist der Handelsbegriff für fertige Modelle, wie Sportboote. Sehr aufwändig verarbeitete Schiffsmodelle in hervorragender Qualität werden in bester Maßstabtreue angeboten, sind jedoch entsprechend teuer – 1000 Euro ist Durchschnitt.
Wer gerne selbst seine Kunstwerke schaffen möchte, greift auf Bausatzmodelle zurück. Diese bestehen aus vorgefertigten Teilen, unterschiedlichen Materialien und unterscheiden sich in der Detailgetreue sehr voneinander. Je genauer und detaillierter, umso teurer sind die Bausätze. Vor einigen Jahren galt dieser Bereich des Modellbaus noch als meisterhafte Leistung, jedoch werden heute auch einfache Modellbausätze angeboten, die bereits von etwas größeren Kindern zusammengesetzt werden können.
Die Nachbildungstreue
Schon Seeleute haben aus Efenbein oder Knochen erstaunlich detailgetreue Modelle angefertigt. Also originalgetreu darf nur bezeichnet werden, was einen exakten Maßstab in Hinsicht auf das originale Vorbild aufweisen kann. Manche Schiffmodelle sind so exakt nachgearbeitet, dass auf einem Foto das Original kaum von der Nachbildung unterschieden werden kann.
Besonders aufwändig und hochwertig gearbeitete Objekte werden für Museen hergestellt. Die hohe Perfektion und die hochwertig verarbeiteten Materialien sollen auch dazu führen, dass die Stücke langlebig sind, und nicht bereits nach wenigen Jahren unansehnlich werden. Durch dieses Vorgehen hat sich in Hobbykreisen der Begriff „Museumsqualität“ eingebürgert, der für hohe Werte und Qualität auch im Privatbereich zählt.
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